Das Abendessen steht auf dem Tisch, Kids und Eltern sitzen da und «rrrriiiiing» klingelt das Telefon. Am anderen Ende eine Stimme, die besonders günstige Krankenkassen-Prämien verspricht oder ein Zeitschriften- oder Handy-Abo verkaufen will. Doch nicht nur via Festnetz auch via Mobiltelefon erreichen uns Werbeanrufe mittlerweile. Wir verraten Ihnen, was Sie dagegen unternehmen können und wie die rechtliche Lage aussieht.
Auf einen Blick
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Nicht eingetragene Telefonnummern sind seit 2021 wie Sterneinträge vor unerbetener Werbung geschützt.
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Bestehende Geschäftsbeziehungen und gültige Zustimmung können Ausnahmen begründen.
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Dokumentieren Sie Anrufe, widersprechen Sie weiterer Werbung und nutzen Sie Filter sowie Meldemöglichkeiten.
Werbeanrufe trotz Stern oder ohne Telefonbucheintrag: Ist das erlaubt?
Telefonmarketing ist grundsätzlich zulässig. Anrufe fremder Unternehmen sind aber in der Regel unlauter, wenn Ihre Nummer mit einem Stern im Telefonverzeichnis steht. Seit dem 1. Januar 2021 sind auch nicht eingetragene Nummern entsprechend geschützt. Das gilt für Mobil- und Festnetzanschlüsse. Eine nicht eingetragene Handynummer ist daher kein Freipass für Werbung.
Bestehende Geschäftsbeziehung oder Zustimmung: Welche Ausnahmen gibt es?
Eine bestehende Geschäftsbeziehung oder Ihre Zustimmung kann Werbeanrufe erlauben. Eine frühere Kundenbeziehung erlaubt jedoch nicht ungeprüft jede spätere Werbung. Verlangen Sie klar, künftig nicht mehr zu Werbezwecken angerufen zu werden, und widerrufen Sie eine entsprechende Zustimmung. Dokumentieren Sie, wann und gegenüber wem Sie dies erklärt haben.
Unerwünschten Werbeanruf melden: Welche Angaben helfen?
Notieren Sie Datum, Uhrzeit, angezeigte Nummer und das beworbene Unternehmen. Melden Sie mutmasslich unlautere Anrufe dem SECO. Dieses kann Beschwerden bündeln und bei betroffenen Kollektivinteressen rechtlich vorgehen; es löst nicht automatisch jeden Einzelfall und sperrt nicht selbst Ihre Telefonnummer. Eine eigene Anzeige beziehungsweise ein Strafantrag ist ebenfalls möglich. Lassen Sie die passenden Schritte und Fristen prüfen.
Werbeanrufe blockieren: Wie helfen Filter und vorsichtige Datenfreigabe?
Nutzen Sie Sperrlisten und Anruffilter Ihres Geräts oder Telefonanbieters. Geben Sie bei Wettbewerben nur nötige Daten an und prüfen Sie Werbeeinwilligungen. Kontrollieren Sie auch Kontaktzugriffe von Apps. Die angezeigte Rufnummer kann manipuliert sein; ein Suchmaschinentreffer beweist deshalb nicht zuverlässig, wer angerufen hat. Geben Sie unbekannten Anrufenden keine sensiblen Daten und rufen Sie ein Unternehmen bei Bedarf über eine selbst überprüfte Nummer zurück.
Verlangen Sie, dass das Unternehmen Sie nicht mehr für Werbung kontaktiert. Notieren Sie Anrufdaten und Ihre Erklärung. Nutzen Sie Filter und melden Sie mutmasslich unlautere Anrufe. Bei anhaltender Belästigung prüfen wir mit Ihnen die passenden Schritte und die Deckung gemäss Vertrag.
Gepostet am 28. April 2017