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Muss ich die Mahngebühren bezahlen?

Es ist schnell passiert, vor allem im Alltagsstress inmitten von Haushalt, Familie und Arbeit: Man hat eine Rechnung vergessen zu bezahlen und plötzlich liegt die zweite Mahnung inklusive Gebühren im Briefkasten. Man begleicht die Rechnung umgehend. Aber muss man jetzt die Mahngebühr noch bezahlen?

Verzugszins

Das Gesetz sieht keine Mahngebühren vor. Es besagt lediglich, dass wer eine Rechnung zu spät bezahlt, in der Regel einen Verzugszins von 5 Prozent schuldet. Der Verzugszins fällt frühestens nach Ablauf der Zahlungsfrist an. Frühestens, da einige Unternehmen beim Zins kulanter sind und ihn erst später erheben.

Unternehmen dürfen einen höheren Verzugszins (etwas höher als 5%) verlangen, wenn sie dies vertraglich, also im Kaufvertrag oder in den Allgemeinen Geschäftsbestimmungen, vereinbaren.

Grundsätzlich gilt: Verzugszinsen müssen bezahlt werden, ausser Sie sind unverhältnismässig hoch.

 

Zusätzliche Mahngebühren

An sich deckt der Verzugszins die Mahngebühren ab – ausser das Unternehmen bestimmt vertraglich höhere Mahngebühren. Diese lassen sich jedoch nur durchsetzen, wenn sie genau bestimmt sind. Es müsste beispielsweise im Vertrag stehen, dass bei der 2. Mahnung Mahngebühren von 15 Franken erhoben werden. Pauschale Formulierungen wie etwa „es werden Mahnspesen erhoben“ genügen nicht.

Grundsätzlich gilt: Vertraglich nicht geregelte Mahngebühren sollte man zunächst bestreiten. Wie? Man schreibt dem Unternehmen einen Brief mit dem Hinweis, dass man diese Mahngebühren nicht bezahlt, da der Schaden, der durch das nicht sofortige Bezahlen der Rechnung entsteht, nicht über den Betrag der Zinsen hinausgeht. Ansonsten solle das Unternehmen sie belegen.

 

Mahngebühren von Inkassofirmen

Trudelt die Mahnung via Inkassofirma ein und es wird eine oft übertrieben hohe Mahnungsgebühr ausgewiesen, muss diese nicht bezahlt werden. Denn das Gesetz besagt, dass Kosten von Inkassobüros dem säumigen Zahler nicht aufgedrückt werden dürfen. Am besten wird der Betrag dann schriftlich bestritten, wie bei zu hohen Mahngebühren (siehe oben).

Gepostet am 24. Mai 2017