Versicherungen

Stürme und Hochwasser hinterlassen Zerstörung - Welche Versicherung bezahlt eigentlich was?

Die Experten sind sich einig. In Zukunft müssen wir vermehrt mit Naturkatastrophen rechnen: Schneechaos, Hochwasser, Erdrutschen und Steinschlägen. Höchste Zeit also zu prüfen, ob Sie im Ernstfall genügend versichert sind. DAS Juristin Alma Frutig, Spezialistin für Sozialversicherungs- und Haftpflichtrecht, erläutert die rechtlichen Fakten dazu.

Sturm entwurzelt einen Baum in Ihrem Garten und weht die Ziegel vom Dach

Für alle Schäden am Haus haftet die Gebäudeversicherung, die in der Schweiz fast in allen Kantonen obligatorisch ist. Ausnahmen bilden die Kantone Genf, Tessin, Wallis sowie Appenzell Innerrhoden, wo diese Risiken allenfalls über die Privathaftpflichtversicherung abgesichert werden müssen.

Fällt der Baum nicht auf Ihr Haus, sondern auf Ihren Sitzplatz und zerstört dort die Laube und Rebe, benötigen Sie eine Umgebungsversicherung für die Deckung. Diese kann als Zusatz zur Gebäudeversicherung oder über die Privathaftpflichtversicherung abgeschlossen werden.

Für zerstörte Blumentöpfe, Tische, Stühle, sprich: Gegenstände, die nicht fest mit dem Gebäude verbunden sind, haftet in der Regel die Hausratsversicherung. Allerdings gilt es dort die allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) zu konsultieren. Es empfiehlt sich, die konkreten Versicherungsleistungen sowie die Versicherungssummen zu prüfen, um zu verhindern, dass wertvolle Gegenstände im Schadenfall zu tief versichert sind. 

Was Sie ebenfalls wissen müssen:

Damit bei einem Sturmschaden Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden können, muss eine Windgeschwindigkeiten von über 75 km/h geherrscht haben. Für Schäden am Auto ist die Fahrzeugversicherung zuständig, konsultieren Sie die entsprechenden Versicherungsbedingungen (AVB), um mehr über Ihre Schadensdeckung zu erfahren.

Hochwasser im Keller: ein Fall für die Gebäudeversicherung?

Ja, die Gebäudeversicherung übernimmt bei Naturkatastrophen die Kosten sämtlicher Schäden am Gebäude. Die genaue Deckung ist in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) ersichtlich.

Wenn Ihr Weinkeller zu Schaden kam, ist dafür die Hausratsversicherung zuständig, sofern der Weinvorrat überhaupt versichert war. 

Was Sie ebenfalls wissen müssen: 

Entsteht der Schaden durch einen Rohrleitungsbruch, ist der Schaden nicht durch die Gebäudeversicherung gedeckt, sondern es benötigt zusätzlich eine Gebäudewasser-Versicherung, die als Zusatz zur Privathaftpflichtversicherung abgeschlossen werden kann.

Schlussfazit – die goldene Regel

Bezüglich Versicherungen lautet die goldene Regel: Versichern Sie alles genügend, was für Sie wertvoll ist. Wichtig ist diesbezüglich, dass der Versicherungswert adäquat angesetzt wird. Ist er zu hoch, fällt die Prämie unnötig happig aus. Ist er zu tief, ist der Schaden nicht vollumfänglich gedeckt und Sie bleiben auf Kosten sitzen. Eine Beratung durch einen seriösen Versicherungsspezialisten lohnt sich in vielen Fällen. Dieser kann einen Augenschein im Haus vornehmen und Sie danach gründlich beraten.

Gepostet am 9. Februar 2018