KI kann beim Aufbau und bei Formulierungen einer Bewerbung helfen. Ihre Angaben müssen stimmen und besondere Vorgaben des Auswahlverfahrens sind zu beachten.
Auf einen Blick
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KI-Unterstützung ist grundsätzlich möglich.
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Prüfen Sie alle Qualifikationen und Erfahrungen selbst, beachten Sie Vorgaben für Arbeitsproben und schützen Sie persönliche oder vertrauliche Daten.
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Es gibt keine allgemeine Pflicht, jede Schreibhilfe offenzulegen.
Darf ChatGPT meine Bewerbung formulieren?
In der Schweiz besteht kein allgemeines Verbot, KI als Schreibhilfe für Lebenslauf oder Motivationsschreiben einzusetzen. Sie können Aufbau, Sprache und Verständlichkeit verbessern lassen. Entscheidend bleiben wahrheitsgemässe relevante Angaben und die Regeln des konkreten Verfahrens.
Eine vollständig vorformulierte Bewerbung ist nicht allein wegen der KI automatisch eine rechtswidrige Täuschung. Stimmen Inhalt und Qualifikationen, ist der Umfang der Schreibhilfe für sich kein Beweis für falsche Angaben.
Erfundenen Qualifikationen drohen Folgen
Prüfen Sie Abschlüsse, Berufserfahrung, Sprachkenntnisse und Erfolge. Eine KI kann plausible, aber falsche Angaben ergänzen. Wer eine wesentliche Qualifikation absichtlich vortäuscht, kann Vertrags- und Haftungsfolgen auslösen.
Artikel 321a OR regelt die Treuepflicht im bestehenden Arbeitsverhältnis und ist keine allgemeine vorvertragliche Offenlegungspflicht. Vor Vertragsabschluss sind unter anderem Täuschung nach Artikel 28 OR und Treu und Glauben relevant. Eine spätere fristlose Kündigung nach Artikel 337 OR setzt einen wichtigen Grund voraus; nicht jeder Fehler reicht.
Muss ich die KI-Nutzung offenlegen?
Es gibt keine allgemeine gesetzliche Pflicht, jede Rechtschreib- oder Formulierungshilfe anzugeben. Verlangt die Ausschreibung oder ein Auswahltest ausdrücklich eine eigenständige Leistung ohne Hilfsmittel, müssen Sie diese Vorgaben beachten.
Bei einer Arbeitsprobe kann unerlaubte Hilfe ein falsches Bild Ihrer Fähigkeiten vermitteln. Erklären Sie auf eine zulässige konkrete Frage ehrlich, wie Sie gearbeitet haben. Unzulässige persönliche Fragen bleiben ein eigenes Thema und werden durch KI nicht zulässig.
Datenschutz und Rechte am Text
Laden Sie keine Referenzkontakte, Gesundheitsangaben oder Geschäftsgeheimnisse unnötig hoch. Prüfen Sie Anbieter, Speicherung und Weiterverwendung; nicht jedes Tool nutzt jede Eingabe automatisch zum Training.
Rein maschinelle Texte haben grundsätzlich keinen eigenen Urheberrechtsschutz. Geschützte übernommene Texte und Anbieterbedingungen können trotzdem relevant sein. Überarbeiten Sie das Ergebnis so, dass es Ihre Erfahrung verständlich und glaubwürdig beschreibt und Sie es im Gespräch vertreten können.
Lesen Sie die Bewerbung Satz für Satz und entfernen Sie erfundene Leistungen. Verwenden Sie für Entwürfe Platzhalter statt unnötiger persönlicher Daten. Halten Sie Regeln für Auswahltests ein und fragen Sie bei unklaren Vorgaben nach.
Gepostet am 9. Dezember 2025