Vor der ersten Buchung müssen Vertrag, örtliche Regeln und Versicherung zur geplanten Kurzzeitvermietung passen.
Auf einen Blick
-
Untermiete braucht Vermieterzustimmung; Ablehnungsgründe sind gesetzlich begrenzt.
-
Ortsregeln, Abgaben und Meldepflichten gelten zusätzlich.
-
Plattformschutz ersetzt nicht automatisch eigene Versicherungen.
Airbnb in der Mietwohnung: Brauche ich die Zustimmung des Vermieters?
Wer ein Zimmer oder die ganze Mietwohnung kurzfristig weitervermietet, muss die Zustimmung des Vermieters einholen. Nach Art. 262 OR darf dieser nur aus den gesetzlichen Gründen ablehnen: Sie geben die Bedingungen nicht bekannt, die Untermietbedingungen sind gegenüber dem Hauptvertrag missbräuchlich oder es entstehen wesentliche Nachteile.
Informieren Sie vorab über Umfang, Dauer, Belegung und Preis samt Zusatzleistungen. Häufig wechselnde Gäste und Störungen können relevant sein; eine blosse persönliche Abneigung genügt nicht automatisch. Sie bleiben für den erlaubten Gebrauch durch Gäste verantwortlich. Halten Sie die Zustimmung und ihre Grenzen schriftlich fest.
Kurzzeitvermietung: Welche örtlichen Regeln gelten?
Prüfen Sie kantonale und kommunale Vorgaben vor der ersten Buchung. In Genf gilt beispielsweise für das Anbieten einer ganzen Wohnung über eine Plattform eine Grenze von 90 Tagen pro Jahr; weitere Regeln betreffen gewerbliche Beherbergung und geförderte Wohnungen. Ein einzelnes Zimmer und eine ganze Wohnung können unterschiedlich behandelt werden. Die Zustimmung des Vermieters ersetzt keine erforderliche behördliche Erlaubnis.
Mietpreis, Einkommen und Gästetaxen klären
Möblierung und zusätzliche Leistungen können angemessene Zuschläge rechtfertigen. Gewinn allein macht nicht automatisch jede Untermiete unzulässig; entscheidend sind insbesondere missbräuchliche Bedingungen und Nachteile im konkreten Fall. Klären Sie auch die steuerliche Behandlung der Einnahmen und Kosten.
Gäste- oder Kurtaxen und Abrechnungspflichten hängen vom Ort ab. Eine Plattform zieht sie nur dort und in dem Umfang ein, den die örtliche Regelung und ihre Vereinbarung vorsehen. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass jede Abgabe bereits erledigt ist.
Airbnb-Schutz und eigene Versicherung prüfen
Airbnb bündelt unter AirCover verschiedene Schutzleistungen. Der Schutz bei Sachschäden ist von der Haftpflichtversicherung zu unterscheiden und unterliegt Bedingungen und Ausschlüssen. Er ersetzt nicht automatisch Ihre eigenen nötigen Versicherungen. Lassen Sie sich bestätigen, ob Hausrat, Haftpflicht und gegebenenfalls Gebäudeversicherung die geplante Vermietung erfassen.
Gäste melden und die Wohnung sicher übergeben
Für gewerbsmässige Beherbergung ausländischer Gäste bestehen Meldepflichten; Zuständigkeit und Verfahren sind örtlich zu klären. Beachten Sie Brandschutz, Hausordnung und Belegungsgrenzen. Dokumentieren Sie Zustand und Übergabe, erläutern Sie Regeln und legen Sie einen erreichbaren Kontakt für Probleme fest.
Lassen Sie Zustimmung, Vermietungsumfang und Deckung bestätigen. Fragen Sie die örtliche Behörde nach Bewilligungen, Taxen und Gästemeldung und bewahren Sie die Antworten auf.
Gepostet am 10. Juli 2019