Musterverträge und Briefe

Kostenlos und nach Themen geordnet

Geht es um rechtliche Dinge, sind oft Dokumente gefragt: Verträge, Briefe, Formulare oder Anträge. JUSTIS macht Ihnen auch hier das Leben leichter: mit professionellen Musterdokumenten, die Sie kostenlos herunterladen und an Ihre Bedürfnisse anpassen können.

Michael Althaus
JUSTIS

«Mit unseren bewährten Musterdokumenten für jede Lebenssituation sparen Sie Zeit und Energie.»

Arbeitszeugnis beim Arbeitgeber anfordern

Haben Sie nach Beendigung Ihres Arbeitsverhältnisses noch kein Arbeitszeugnis erhalten, können Sie mit diesem Musterbrief beim Arbeitgeber ein vollständiges Arbeitszeugnis (Vollzeugnis) oder eine einfache Arbeitsbestätigung anfordern. Nach Art. 330a OR dürfen Arbeitnehmende jederzeit ein Zeugnis verlangen. Die Vorlage setzt dem Arbeitgeber eine Bearbeitungsfrist von 10 Tagen und eignet sich für privatrechtliche Arbeitsverhältnisse in der Schweiz.

Wann eignet sich dieser Musterbrief?

Verwenden Sie die Vorlage, wenn Ihr privatrechtliches Arbeitsverhältnis beendet ist und Sie vom Arbeitgeber noch kein Arbeitszeugnis oder keine Arbeitsbestätigung erhalten haben. Bei öffentlich-rechtlichen Anstellungen, beispielsweise bei einer Verwaltung oder einem staatlichen Unternehmen, können besondere Regeln gelten.

Wann kann ich ein Arbeitszeugnis verlangen?

Nach Art. 330a OR können Arbeitnehmende jederzeit ein Zeugnis verlangen: während des Arbeitsverhältnisses als Zwischenzeugnis und nach dessen Ende als Schlusszeugnis. Der Anspruch besteht nicht nur dann, wenn der Arbeitgeber von sich aus ein Zeugnis angekündigt hat.

Vollzeugnis oder Arbeitsbestätigung?

  • Vollzeugnis: Das vollständige Arbeitszeugnis nennt Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses und beurteilt zusätzlich Leistungen und Verhalten.
  • Arbeitsbestätigung: Auf Ihr besonderes Verlangen beschränkt sie sich auf Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses. Eine Beurteilung von Leistungen und Verhalten enthält sie nicht.

Wählen Sie im Formular nur eine der beiden Varianten. Für Bewerbungen ist in der Regel das Vollzeugnis aussagekräftiger.

Welche Anforderungen gelten für ein Arbeitszeugnis?

Ein Vollzeugnis soll vollständig, klar und wahrheitsgetreu sein. Es muss die wesentlichen Tätigkeiten sowie eine aussagekräftige Beurteilung von Leistung und Verhalten enthalten. Es soll wohlwollend formuliert sein, ohne die Wahrheitspflicht zu verletzen. Versteckte oder zweideutige Aussagen sind nicht zulässig.

Ist die Frist von 10 Tagen gesetzlich vorgeschrieben?

Nein. Die im Musterbrief genannte Frist von 10 Tagen ist eine angemessene, selbst gesetzte Bearbeitungsfrist und keine gesetzliche Frist. Je nach Komplexität der Tätigkeit kann die Ausstellung mehr Zeit beanspruchen. Deshalb fordert der Brief den Arbeitgeber auf, andernfalls einen konkreten Ausstellungstermin mitzuteilen.

So verwenden Sie die Vorlage

  • Tragen Sie Arbeitgeber, Personalabteilung oder Kontaktperson und die vollständige Adresse ein.
  • Geben Sie das Enddatum des Arbeitsverhältnisses an.
  • Wählen Sie zwischen Vollzeugnis und Arbeitsbestätigung.
  • Senden Sie das Schreiben so, dass Sie den Zugang nachweisen können, und bewahren Sie eine Kopie auf.

Was tun, wenn der Arbeitgeber nicht reagiert?

Erinnern Sie den Arbeitgeber schriftlich und setzen Sie nochmals eine kurze Frist. Bleibt auch diese Aufforderung erfolglos oder ist das ausgestellte Zeugnis unvollständig, unrichtig oder missverständlich, holen Sie eine Rechtsauskunft ein. Der Anspruch verjährt nach der Orientierung des SECO grundsätzlich zehn Jahre nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses; warten Sie trotzdem nicht unnötig lange.

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