Mit diesem Musterbrief kündigen Sie der Vermieterschaft den vorzeitigen Auszug beziehungsweise die ausserterminliche Rückgabe Ihrer Mietwohnung nach Art. 264 OR an. Sie können einen bereits gefundenen Nachmieter oder eine andere Ersatzmieterschaft vorschlagen und den Mietvertrag vorsorglich auf den nächstmöglichen ordentlichen Termin kündigen.
Die Vorlage eignet sich, wenn Sie vor dem vertraglichen Kündigungstermin ausziehen und die Wohnung ausserterminlich zurückgeben möchten. Der Brief bezeichnet das Mietobjekt und den geplanten Rückgabetermin, informiert über die Ersatzmieterschaft und verlangt eine schriftliche Bestätigung der Vermieterschaft.
Für eine fristlose Kündigung wegen schwerer Mängel, eine Anfechtung des Mietzinses oder eine Geschäftsmiete ist die Vorlage nicht ohne zusätzliche Prüfung gedacht.
Der vorzeitige Auszug allein beendet die Zahlungspflicht nicht. Sie werden grundsätzlich befreit, wenn Sie mindestens einen für die Vermieterschaft zumutbaren und zahlungsfähigen Nachmieter vorschlagen, der bereit ist, den Mietvertrag zu den gleichen Bedingungen zu übernehmen. Die Vermieterschaft darf die vorgeschlagene Ersatzmieterschaft prüfen.
Fehlt eine geeignete Ersatzmieterschaft, können die vertraglichen Pflichten bis zum ordentlichen Vertragsende weiterbestehen. Die Vermieterschaft muss sich jedoch ersparte Aufwendungen und Vorteile aus einer anderweitigen Verwendung anrechnen lassen.
Die Mitteilung über die ausserterminliche Wohnungsrückgabe ist nicht automatisch dasselbe wie eine ordentliche Kündigung. Mit der empfohlenen Auswahl kündigen Sie den Mietvertrag zusätzlich auf den nächstmöglichen ordentlichen Termin. So begrenzen Sie, wie lange der Vertrag weiterlaufen kann, falls keine geeignete Ersatzmieterschaft gestellt wird.
Wichtig: Bewahren Sie Briefkopie, Zustellnachweis, Kandidaturunterlagen und die Antwort der Vermieterschaft auf.
Es gibt keine gesetzliche Pflicht, drei Personen vorzuschlagen. Eine einzige geeignete Ersatzmieterschaft genügt, wenn sie zahlungsfähig und zumutbar ist und den Mietvertrag zu den gleichen Bedingungen übernehmen will. Mehrere Kandidaturen können das praktische Risiko einer Absage reduzieren.
Der vorgeschlagene Nachmieter muss zahlungsfähig, für die Vermieterschaft objektiv zumutbar und bereit sein, den Mietvertrag zu den bisherigen Bedingungen zu übernehmen. Dazu gehören insbesondere das bestehende Mietobjekt, der Mietzins und die übrigen Vertragsbedingungen.
Die Vermieterschaft muss Zahlungsfähigkeit und Zumutbarkeit prüfen können. Klären Sie mit der vorgeschlagenen Person, welche Unterlagen übermittelt werden dürfen. Verwenden Sie aktuelle Angaben und senden Sie keine unnötigen besonders schützenswerten Daten.
Die Vermieterschaft hat Anspruch auf eine angemessene Prüfungszeit. Eine starre gesetzliche Anzahl Tage gibt es nicht; Dauer und Umfang hängen von den Umständen und der Vollständigkeit der Unterlagen ab. Reichen Sie die Kandidatur deshalb möglichst früh und vollständig ein.
Ja, wenn die Person beispielsweise nicht zahlungsfähig oder objektiv nicht zumutbar ist oder den Vertrag nicht zu den bisherigen Bedingungen übernehmen will. Wird eine geeignete Kandidatur ohne ausreichenden Grund abgelehnt oder verlangt die Vermieterschaft andere Bedingungen, kann die Befreiung trotzdem eintreten. Lassen Sie eine Ablehnung begründen.
Für die vorzeitige Rückgabe mit geeigneter Ersatzmieterschaft ist die schriftliche Ankündigung nicht in jedem Fall Wirksamkeitsvoraussetzung. Aus Beweisgründen empfiehlt sich dennoch ein datierter und unterzeichneter eingeschriebener Brief.
Die vorzeitige Rückgabe ersetzt die tatsächliche Schlüssel- und Wohnungsübergabe nicht. Vereinbaren Sie einen Termin, dokumentieren Sie den Zustand und verlangen Sie ein Übergabeprotokoll. Nehmen Sie alle gemieteten Schlüssel und separat aufgeführten Mietobjekte in die Abstimmung auf.
Wenn der Brief zusätzlich die ordentliche Kündigung enthält, müssen grundsätzlich alle gemeinsamen Mietparteien kündigen. Bei einer Familienwohnung ist die ausdrückliche Zustimmung der Ehegattin oder des Ehegatten erforderlich; für eingetragene Partnerschaften gilt dies sinngemäss.
Diese Vorlage bietet eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Beurteilung des Einzelfalls.
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